Ein Tag auf der Buchmesse Frankfurt

Lesen oder lesen lassen? Hallen voller Bücher, die nicht für den Verkauf gedacht sind. Zu laut, um in Ruhe ein Buch durchzublättern oder überhaupt zu erfassen, was darin steht.
Vor den Podien, auf denen Autoren aus ihren Büchern vorlesen, drängeln sich jede Menge Menschen. Nicht wirklich die ideale Voraussetzung, um einer Vorlesung zu lauschen.
Trotz allem gehört die Frankfurter Buchmesse zu einer der beliebtesten und weltweit größten, internationalen Buchmessen.

Der Ehrengast Frankreich

Die 69. Buchmesse fand vom 11. bis 15. Oktober 2017 statt. Auch wenn die ersten drei Messetage den Fachbesuchern vorbehalten sind, werden am Wochenende die Tore für alle Medieninteressierten geöffnet. In Zahlen ausgedrückt bedeutete es in diesem Jahr: 286.425 Menschen, rund 7.300 Aussteller aus mehr als 102 Ländern.

Eröffnet wurde die Frankfurter Buchmesse durch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, da Frankreich als Ehrengast geladen war.
Bereits seit 1976 begrüßt Frankfurt jedes Jahr ein Land oder eine Region auf der Messe als Ehrengast.

Was bietet die Buchmesse?

Eine Unmenge an Büchern jeglichen Genres überfluten die Sinne. Eigentlich ein Paradies, aber es kommt eher einer Reizüberflutung gleich. Die Messehallen sind über mehrere Ebenen verteilt. Und man (Frau) sollte sich im Vorfeld gut vorbereiten, was oder wen man sehen bzw. lesen oder sprechen möchte. Das Programm wird immer frühzeitig auf der Homepage der Buchmesse bekannt gegeben.

Wer will, kann auf seinem Rundgang durch die Hallen alles über die Buchbranche, ihrer unglaublichen Themen-Vielfalt, bis hin zu Förderprogrammen für Start-ups der Contentbranche erfahren, oder sich beim Publikumsmagnet der Halle 3.1, der Showküche, von neuen Geschmackserlebnissen inspirieren lassen.

Neue Veranstaltungen für Start-ups

CONTENTshift ist das Förderprogramm der Börsenvereinsgruppe für Start-ups der Content-Branche. Deshalb wurden neu auf der Buchmesse in diesem Jahr verschiedene Veranstaltungs- und Networking-Formate für und mit Start-ups angeboten. CONTENTshift soll die Zusammenarbeit zwischen Start-ups und etablierten Branchenunternehmen fördern und sie für innovative Geschäftsmodelle zusammenbringen.

Kinder-und Jugendbücher

So ist auch der KIDS Bereich auf der Buchmesse ein „Spielfeld“, das man auf der Buchmesse auf keinen Fall übersieht. Bunt, schillernd und spannend! Andere Länder, andere Kinderbücher – Kinder-und Jugendbuchverlegern aus aller Welt zeigten in Seminaren und anderen Events wie „Lesen morgen“ funktioniert.

In direkter Nachbarschaft zum Kinderbuchzentrum findet man den Illustrators Corner. Anlaufstelle für Illustratoren und Verlage, um ein Beratungsgespräch zu führen oder einen Blick in andere Portfolios zu erhalten.

Die Hobbit Presse

Als Leser fantastischer Literatur ist natürlich ein Besuch beim Klett-Cotta Verlag absolute Pflicht auf der Buchmesse. Allein schon deshalb, um sich einen Überblick über die aktuellen Neuerscheinungen in Sachen Fantasy zu verschaffen. Oder aber, um die Tolkien Times – die Zeitung aus Mittelerde – persönlich mitzunehmen. Diese erscheint einmal im Jahr mit einer Fülle an Berichten, Bildern, Leseproben und Fanbeiträgen.

Hier erfährt man auch, dass aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums eine ledergebundene Luxusausgabe des Silmarillion, limitiert auf 7.777 Stück, herausgegeben wird.

Tipp: Wer immer auf dem neuesten Stand in Sachen Fantasy, Bücher und Autoren bleiben möchte, sollte sich den Blog der Hobbit Presse ansehen.

Der Deutsche eBook Award

Seit dem Jahr 2014 werden im Rahmen der Frankfurter Buchmesse die schönsten deutschsprachigen E-Books und Apps mit dem Deutschen eBook Award ausgezeichnet. Der Preis soll die Leistung von Verlagen und Selfpublishing-Autoren im Bereich innovativer Produktentwicklung und kreativer Gestaltung würdigen. In Ergänzung zu klassischen Literaturpreisen hat sich damit der Deutsche eBook Award als Produktpreis für kreative und originelle Gestaltung von Texten im digitalen Literaturraum fest etabliert.

Außenanlagen Präsentationsfläche

Ab nach draußen. Wer sich ein wenig Ruhe und frische Luft wünscht, konnte dank des guten Wetters auch die interessant gestaltete Außenanlage – die Agora – der Mittelpunkt der Buchmesse, voll genießen. Die Agora ist die größte und zentralste Präsentationsfläche der Frankfurter Buchmesse.

Hier findet man zum Beispiel das Lesezelt der Buchmesse, wo es viele Autorenlesungen und Interviews gab.
Während man im Ehrengast Pavillon Frankreichs den 37. Band des neuen Asterix allerdings vergebens suchte.
Manchmal gibt es auch Signiermöglichkeiten, z. B. im Signierzelt.
Oder der Paddington-Bus, der zu Werbezwecken anlässlich des 2-ten Paddington Films zu sehen war.

Auch das gab es auf der Frankfurter Buchmesse: Wortgefechte, Rangeleien, tumultartige Szenen und leergeräumte Stände.

Fazit: Langweile kam auf der Frankfurter Buchmesse jedenfalls nicht auf!

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